Die Motorsportler des MC Mittleres Erzgebirge Venusberg / Gelenau im ADAC haben mit dem 14. Silvester-Enduro das Sport- jahr 2011 abgeschlossen. Jetzt sind auch in Venusberg die Blicke voraus auf die Six Days im September gerichtet.
Venusberg – Leise vor sich hin grinsend "schimpfte" Peter Thiele am Silvestermorgen: "Kaum ist man mal fünf Minuten nicht da, gerät hier die Parkordnung außer Rand und Band." Dabei freute sich der Chef des Enduroteams Fleischer vom ortsansässigen MC Mittleres Erzgebirge Venusberg/Gelenau im ADAC (MC MEK) genauso wie alle anderen vom Motorsportclub, dass das Angebot zum 14. Silvester-Enduro erneut genau den Nerv der Geländefahrer traf. Und Platz genug zum Parken und Fahren ist ja im Steinbruchgelände von Venusberg.
Bei bestem Wetter mit Temperaturen um den Gefrierpunkt und größtenteils Sonnenschein kamen die Enduristen und Crosser aus ganz Sachsen angereist. Die Venusberger hatten extra noch einmal Schnee geschoben, die Strecke bot ideale Voraussetzungen. "Es macht einfach Spaß, der Boden ist griffig. Es lässt sich sehr gut fahren. Ein schöner Abschluss des Jahres", fasste es Team-Namensgeber Ole Fleischer aus Gelenau zusammen.
Tatsächlich liegt hinter den Männern und Frauen des MC MEK ein Sportjahr, das sie so schnell nicht vergessen werden. Drei Veranstaltungen mit teils zwei Fahrtagen richteten sie aus, waren wie in den vergangenen Jahren auch immer verantwortlich für eine Etappe und Sonderprüfung bei "Rund um Zschopau". 2011 zeichneten sie aber auch selbst wieder einmal verantwortlich für eine Veranstaltung zur deutschen Meisterschaft. Und diese hatte es in sich, zumindest am zweiten Tag. Es war der 22. Mai.
Ein riesiges Unwetter sorgte für einen Rahmen, der selbst erfahrenen Geländesportlern wie Andreas Cyffka, zweimal Silbervasengewinner, die Schweißperlen auf die Stirn trieben. Sturm, Regen, Blitz und Donner begleiteten Deutschlands beste Fahrer. "Die Blitze schlugen rechts und links von uns nur so ein. Einige Fahrer berichteten, dass es auf dem Motorrad gekrippelt hätte. So etwas habe ich noch nie erlebt", erinnert sich Cyffka. Glück im Unglück hatte dabei der Hilmersdorfer Benjamin Liebl. Der 23-Jährige war vom Blitz getroffen worden und musste per Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden. Offenbar hatte ihm der Helm das Leben gerettet. Nur Wochen später saß er wieder auf dem Motorrad und konnte weiter seinen Sport betreiben.
Bei den Geländesportlern sind die Blicke jetzt für die Six Days geschärft, die vom 24. bis 29. September durch die Chemnitzer Region führt. Gestern begann die Einschreibungsfrist für die Nationen, die bis Ende Februar andauert. Erst danach wird auch genau feststehen, wie viele deutsche Fahrer neben den drei Nationalmannschaften (Männer, Junioren, Frauen) sowie den Clubteams starten dürfen. "Das richtet sich danach, wie viele ausländische Fahrer nennen werden", meint Heiner Schmidt, beim Deutschen Motorsport-Bund zuständig für den Endurosport.
Voraussichtlich wird das Fahrerfeld 450 Geländesportler umfassen. Der Saarländer hat aber aus dem Inland schon etliche Anfragen auf seinem Tisch liegen. „Über manche kann man einfach nur den Kopf schütteln“, schmunzelt der 57-Jährige mit Bezug auf Quad- oder Oldie-Interessenten für diese Mannschafts-Weltmeisterschaft. Deutschland sollen die besten Geländefahrer vertreten. „Es wird eine Qualifikation geben. Voraussetzung ist aber, dass die Fahrer ihre Teilnahmeerklärung abgeben. Das prüfen wir derzeit. Schließlich sind fast alle Hobbysportler“, sagt Schmidt.